Warum einen eigenen Onlineshop erstellen?

Der Onlinehandel ist in den letzten Jahren stark gewachsen und die Online-Umsätze werden auch in Zukunft weiter ansteigen. Kunden gewöhnen sich immer mehr daran, online zu stöbern und Produkte direkt von zu Hause zu bestellen, 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche.

Wir wollen Sie mit diesem Leitfaden zur Onlineshop Erstellung unterstützen und zeigen, dass es weder Hexenwerk ist, noch ein Vermögen kosten muss.

Folgende Themengebiete haben wir für Sie erarbeitet:

Inhaltsverzeichnis

  1. Für wen eignet sich dieser Leitfaden?
  2. Wie einen eigenen Onlineshop erstellen?
  3. Umsetzung: Shopsysteme im Vergleich
  4. Eckdaten zum eigenen Onlineshop definieren
  5. Inhalte für den Shop festlegen
  6. Struktur ableiten
  7. Rechtliche Fallstricke deutscher Onlineshops

Lesezeit ca. 6 Minuten | Letztes Update: 01-01-2017 | Leitfaden von Dirk Fuhlhage

Eigenen Onlineshop erstellen

1. Für wen eignet sich dieser Leitfaden zur Onlineshop Erstellung?

Der Leitfaden und die Shopsysteme richten sich in erster Linie an Handwerkliche- und Kleinstproduzenten, Manufakturen, Händler, Ladengeschäfte die Online verkaufen wollen, uvw. Die Vorteile eines eigenen Webshops für Sie als Verkäufer liegen auf der Hand, Sie haben rund um die Uhr geöffnet, können Produkte verkaufen und neue Kunden gewinnen, ohne zusätzliches Personal dafür abstellen zu müssen.

Viele Produzenten und Anbieter überlegen daher, einen eigenen Onlineshop als zusätzlichen Absatzkanal zu erstellen, um Ihre Produkte auch Online verkaufen zu können. Aber gerade für kleinere Anbieter, die z.B. handwerkliche Produkte wie Accessoires fertigen, oder Manufakturen die leckere Lebensmittel produzieren, ist der Schritt ins Internet ein Buch mit 7 Siegeln:

  • Wie kann ich einen eigene Online Shop erstellen? Was muss ich rechtlich beachten? Das ist bestimmt alles wahnsinnig teuer!

Uns liegt es am Herzen, gerade den kleinen Herstellern das nötige Know How zu vermitteln, damit sie ihre Produkte online verkaufen können. Auf gehts zum eigenen Onlineshop!

2. Wie einen eigenen Online Shop erstellen?

Wir haben für Sie verschiedene Shopsysteme getestet, die alle auf Basis von Homepage Baukästen aufbauen. Mit diesen Lösungen können neue Olineshops sehr schnell, ohne Vorkenntnisse und für ein geringes Budget umgesetzt werden. Einige bieten sogar einen komplett kostenlosen Onlineshop, in dem es dann aber bestimmte Limitierung (z.B. Produktanzahl, Werbeeinblendungen, Domain) gibt.

Ein wichtiger Faktor, für welche Shoplösung Sie sich entscheiden sollten, ist die Verfügbarkeit der folgenden Ressourcen: Zeit, Know-How und Geld. Können Sie sich z.B. gleich von Anfang an zu 100% auf Ihren Online Shop konzentrieren, oder haben Sie weitere Verpflichtungen und wollen den Shop erstmal als Feierabendprojekt anschieben? Haben Sie bereits Erfahrung mit anderen Online Projekten und beherschen HTML, Online Marketing und Co? Können und wollen Sie sich Ihren Shop für mehrere tausend Euro von einer Agentur erstellen lassen?

Wie einen eigenen Onlineshop erstellen?

3. Technische Umsetzung: Shopsysteme im Vergleich

Unten stehend finden Sie die von uns getesteten Shopsysteme, für die Sie keine Vorkenntnisse benötigen, keine teure Agentur engagieren müssen und bei denen Sie die volle Kontrolle über sämtliche Inhalte behalten.

Unsere Empfehlung: Da Jimdo als einziges Baukastensystem vollständig die rechtlichen Anforderungen an deutsche Onlineshops erfüllt und darüber Hinaus gute Einstellungsmöglichkeiten und Designs bietet, können wir nur eine Empfehlung für den Onlineshop von Jimdo aussprechen, hier klicken für mehr Informationen zum Jimdo System.

1JimdoPro

– einfache Einrichtung
– Zoomfuntkion für Produktbilder
– Preis: kostenlos-15 €/Monat
– einfacher Bestellprozess
– Zahlarten: PayPal, Vorkasse, Rechnung, Nachname
– Optimiert für mobile Endgeräte
– rechtliche Anforderungen erfüllt
– Gutscheinfunktion

Kontra
– Produktlimitierung je nach Paket (JimdoFree = 5 Produkte, JimdoPro = 15 Produkte, JimdoBusiness = unbegrenzte Produktanzahl)

2webnodePro
– Sprachversionen für int. Shops
– Einbindung von Preisvergleichsportalen
– Zahlarten: Vorkasse, PayPal, Kreditkarte
– Shopvorlagen
– Optimiert für Mob. Endgeräte
– Produkimport und -export

Kontra
– Preis: von 6,65 € bis 33,35 € pro Monat
– Bestellprozess: Keine Versandkostenanzeige, Checkout Schritte nicht dargestellt
– rechtliche Anforderungen: Hinweis auf AGB und Widerrufsrecht nicht abgebildet

3Wix LogoPro
– gute Design-Shopvorlagen nach Branche
– Individuelle Anpassungsmöglichkeiten des Checkouts und der Produktseiten
– Sonderangebotsbanner möglich

Kontra
– keine kostenfreie Shopversion, Upgrade notwendig auf: 16,17 € pro Monat
– Ausweisung der MwSt nur über externe Dienste Google und Paypal möglich
– keine fortlaufenden Rechnungsnummern
– rechtliche Anforderungen: Hinweis auf AGB und Widerrufsrecht nicht abgebildet

41und1Pro
– 1.000-30.000 Artikel möglich
– Organisation in Warengruppen
– Prüfung von Adressdaten möglich
– Gutscheintool ab dem mittleren Paket
– Mengenrabatte möglich

Kontra
– Preis, je nach Paket 19,99 € bis 69,99 € im Monat
– Zahlung nur mit PayPal möglich
– rechtliche Anforderung: Widerrufsrecht wird nicht angezeigt

5WeeblyPro
– einfache Arbeitsoberfläche, aber leider aus rechtlichen Gründen nicht für einen deutschen Onlineshop zu empfehlen

Kontra
– Onlineshop ist keine fokussierte Funktion von Weebly, kein eigener Checkout
– Shopfunktion nur über Google Checkout oder PayPal Business möglich
– keine Anzeige der Versandkosten und Mehrwertsteuer
– rechtliche Anforderungen nicht erfüllt: Hinweis auf AGB und Widerrufsrecht nicht abgebildet

4. Eckdaten zum eigenen Onlineshop definieren

Bevor Sie vor lauter Motivation wild darauf los starten einen Shop einzurichten, sollten Sie sich vorab ein paar Gedanken zu Ihrem Angebot machen. Die folgenden Fragen sind als Gedankenanstoß zu verstehen. Stellen Sie sich die folgenden Fragen und notieren Sie Ihre Antworten auf einem Notizzettel, um es später immer präsent zu haben.

Was gibt es schon? Um sich inspirieren zu lassen, schauen Sie sich Ihre Konkurrenz an. Recherchieren Sie ein wenig und googeln Sie Begriffe zu Ihren Produkten. Welche Webshops in Ihrem Segment gibt es bereits? Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn sich dort schon einige Mitbewerber tummeln. Achten Sie viel eher darauf, was diese gut machen und was Sie nicht gut machen. Lassen Sie sich inspirieren von den Dingen die Sie ansprechen und versuchen Sie, die von der Konkurrenz nicht so gut umgesetzten Punkte, in ihrem eigenen Shop besser zu machen. So bekommen Sie schon mal ein erstes Gefühl dafür, was Ihre zukünftigen Kunden bisher als Angebot haben.

Was wollen Sie verkaufen? Wie viele Produkte wollen Sie aktuell verkaufen, wie viele könnten es in Zukunft werden? Bei einigen Onlineshops ist die Anzahl der möglichen Produkte begrenzt, worauf Sie achten sollten, wenn Sie in Zukunft ein sehr großes Sortiment verkaufen wollen.

Fokus vs. Gemischtwarenladen: Was ist IHR Produkt? Es passiert schnell, dass man noch dieses und jenes Produkt mit in sein Angebot aufnimmt, was vielleicht etwas abseits des Hauptproduktes liegt, aber einen Euro mehr in die Kassen spülen könnte. Davon kann ich nur abraten, die Gefahr zu einem x-beliebigem Gemischtwarenshop ohne Fokus zu werden ist extrem hoch und davon gibt es schon zu viele. Wenn Sie z.B. Honig aus eigener Herstellung verkaufen, dann bleiben Sie dabei und bieten nicht noch eine Teetasse, ein Buch über die Geschichte der Imkerei oder sonstwas zusätzlich an.

Wer sind Ihre Kunden? Das wichtigste an Ihrem Onlineshop sind die Kunden. Ohne Kunden kein Umsatz, ohne Umsatz kein Onlineshop. Überlegen Sie sich also, an wen Sie verkaufen möchten, sollen bei Ihnen Großhändler bestellen, wollen Sie Ihre Produkte bestehenden und potentiellen Kooperationspartnern präsentieren, oder wollen Sie an den Endverbraucher verkaufen?

5. Inhalte für den Onlineshop festlegen

Produkte, Fotos und Beschreibungen: Da wären natürlich als erstes die Produkte. Innerhalb eines Shops ist die Produktpräsentation mit hochauflösenden Fotos und detaillierter Produktbeschreibung unablässig und wird von den meisten Kunden implizit gefordert. Das heißt, wenn die Produkte nicht ansehnlich dargestellt werden dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, dafür sind die Internetnutzer heutzutage schon zu verwöhnt. Wenn Sie noch keine professionellen Produktfotos haben, dann suchen Sie nach einem auf Produktfotografie spezialisierten Fotografen in Ihrer Nähe und klären die Konditionen ab.

Zusatzinformationen neben den Produkten: Neben den eigentlichen Produkten kommt es den Käufern auch darauf an, wer hinter dem Shop steckt und ob der Betreiber vertrauenswürdig erscheint. Daher macht es Sinn eine kurze, sympathische Beschreibung zur eigenen Person und den Beweggründen zu schreiben. Wer Einblick in seinen Produktionsprozess geben möchte, für den bietet sich ein kleiner Blog an, der wird auch von Google honoriert, weil ständig aktuelle Inhalte hinzukommen.

Beantworten Sie Fragen: Was passiert nach der Bestellung? Wie lange ist die Lieferzeit? Wie hoch sind die Versandkosten? Beantworten Sie diese Fragen in einem FAQ Bereich oder noch besser direkt auf den Seiten, auf denen die Fragen auftreten, zumeist im Bestellprozess. Bieten Sie außerdem Kontaktmöglichkeiten an, das steigert das Vertrauen und Sie zeigen, dass ein Mensch und kein Roboter hinter der Seite steckt. Dafür sollten Sie eine Telefonnummer, oder zumindest eine Mailadresse angeben, unter der Fragen der Kunden beantwortet werden können.

Vertrauen stärken: Verwenden Sie wenn möglich Gütesiegel, Testimonials von bestehenden Kunden und gezielte Informationen über mögliches Umtausch- oder Rückgaberecht.

6. Struktur ableiten

Struktur: Aus den definierten Inhalten aus dem letzten Punkt kann man jetzt die Struktur des Onlineshops ableiten. Insgesamt liegt das Augenmerk auf Übersichtlichkeit und einfacher Nutzung, dies sind entscheidende Merkmale einer guten Shopstruktur.

Call to action: Was soll der Kunde auf Ihrer Seite machen? Es wäre doch nett wenn er auch etwas kauft, also machen Sie es dem Kunden in Ihrem Shop nicht all zu schwer, überfordern Sie ihn nicht mit zig blinkenden Bannern zu tollen Angeboten und Aktionen. Stellen Sie klar heraus, was die Aktion ist, die er ausführen soll (Call to action), dies kann entweder ein Klick auf einen Produktteaser oder der Verkaufsbutton an sich sein.

Kategorisierung von Produkten: Strukturgebend kann auch die Kategorisierung von Produkten sein. Es ist aber nicht immer einfach ein Produk komplett eindeutig einer Kategorie zuzuordnen. Diese Problematik tritt zumeist aber erst auf, sobald ein Onlineshop groß wird und 100+ Produkte führt.

7. Rechtliche Fallstricke bei deutschen Onlineshops

In Deutschland gibt es ein paar Dinge zu beachten wenn man einen Onlineshop erstellt, siehe folgende Punkte:

  • Impressumspflicht: Im Impressum müssen Kontaktdaten zum verantwortlichen Betreiber der Seite hinterlegt sein, auch die Telefonnummer. Folgende Angaben sind notwendig: Vorname, Nachname, Anschrift, E-Mail Adresse, Telefonnummer
  • Preisangaben der Produkte müssen die enthaltene Mehrwertsteuer auszeichnen
  • Widerrufsrecht und AGB: Diese beiden Punkte müssen aktiv durch den Käufer bestätigt werden, bevor eine Bestellung abgeschickt wird. Zumeist wird dies über eine Checkbox umgesetzt.
  • Bestellbutton: Seit Ende 2012 ist gesetzlich festgelegt worden, dass auf dem Bestellbutton klar ausgewiesen wird, dass man eine zahlungspflichtige Transaktion vornimmt. Rechtssichere Bezeichnungen sind zum Beispiel: „Kostenpflichtig bestellen“, „Zahlungspflichtig bestellen“

Fazit

Nach dem Lesen dieses Leitfadens sind Sie in der Lage, Ihren eigenen Online Shop zu erstellen und wissen, was die wichtigsten Eckpunkte sind. Neben den von uns vorgestellten Shop Systemen gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten zum Aufbau eines Onlineshops, wir haben hier eine Vorauswahl getroffen, die für Einsteiger geeignet ist und schnelle Erfolgserlebnisse ermöglicht.
Mit unserer Empfehlung des Jimdo Webshops sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite. Sämtliche Anforderungen des deutschen Rechts werden durch das System erfüllt.
Sollten Sie Wünsche oder Fragen zu diesem Leitfaden haben, zögern Sie nicht und schicken Sie mir gerne eine Nachricht.

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